Phantastischer Skulpturengarten - ENTREE 2004

Ingrid Rinker entführt uns ins Land der Märchen und Kobolde

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Seit über 18 Jahren arbeitet die Mutter von vier Kindern an ihrem mystischen Skulpturengarten in Möggingen bei Radolfzell. Der große Garten umfasst 10.000 qm und grenzt direkt an das Naturschutzgebiet. Eine solche Fläche zu bewirtschaften ist harte Arbeit. Jeden Samstag verbringt sie dort den ganzen Tag und an den anderen Tagen mindestens eine Stunde. Wenn der Sommer so heiss ist, wie der letzte, ist es weit mehr.

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1985 hat sie das Haus mit Grundstück von KoKo (Konzertbüro Konstanz), die dort in einer WG gelebt haben, zu guten Konditionen erworben. Seit dieser Zeit gestaltet sie den Garten immer wieder aufs Neue. Jedes Jahr wird etwas verändert. Es wird etwas hinzugefügt oder herausgenommen – aber immer im Einklang mit der Natur.

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Erst nach Jahren hatte man die gewünschte Gartenentwicklung erreicht. „Gartenarbeit erdet und ist Balsam für die Seele. Die Dinge wachsen zu sehen und das Wunder Natur erleben, ist eines der schönsten Dinge im Leben. Der größte Zauberer ist die Natur, sie erschafft die schönsten Kreaturen,“ so die Künstlerin. Ingrid Rinker hat ihren Garten nach folgenden Gesichtspunkten aufgeteilt: In einem Teil ist der Bauerngarten mit Gemüse, Kräuter, Blumen und Rosen. Eine alte Streuobstwiese mit Apfelbäumen, Kirschbaum, Quitte und Beerensträuchern bietet auch den Vögeln und Insekten Nahrung. Am Waldhang befinden sich seltene heimische Bäume wie die Buche, Seibling, Eiche, Eibe, Eberesche und vieles mehr.

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Ihr naturnaher Garten lebt. Es summen die Bienen und Wespen, die Schmetterlinge sitzen an den Wildblumen und die Blindschleichen und Eidechsen finden in den vielen Spalten und Höhlen im Mauerwerk Unterschlupf. Auch die Kröten fühlen sich sichtlich wohl in Ingrids Garten. Aber er wäre nur halb so schön, wären da nicht ihre Kreaturen aus Ton.

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Den Garten bevölkern kleine und lebensgroße Figuren, archaische, exotische Figuren und Fabelwesen. Von ihnen wird oftmals sofort Besitz ergriffen. So nisten in einigen die Singvögel und im Wasserspucker haben sich die Hornissen niedergelassen.

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1947 wurde Ingrid Rinker in Freiburg geboren. Sie hat eine abgeschlossene Fotografenlehre und war bis 1974 als Fotografin tätig. Das Dreidimensionale hat sie schon immer fasziniert. Das Gestalten mit den Händen, das Formen. Sie fand ihr Material, den Ton. Längere Zeit verbrachte sie als Hospitantin bei Bildhauern und Keramikern. Sie ist Autodidaktin. Der Ton, den sie für ihre Figuren benutzt ist winterfest. Er besteht zu 70% aus Schamotte, wird zweimal gebrannt bei einer Temperatur von 1180 Grad. Als Ausgleich für die harte körperliche Arbeit mit dem Ton malt die Künstlerin in ihrem eigenen Atelier. Ingrid Rinker ist keine Unbekannte in der Region. Sie ist mit ihren Arbeiten öfters bei Gartenveranstaltungen der hiesigen Gärtnereien anzutreffen, aber wenn man sich ein richtiges Bildihrer Skulpturen machen möchte sollte man unbedingt ihren Garten besuchen. Es ist ein Ausflug, der sich lohnt und viele Anregungen vermittelt. Die Künstlerin nimmt sich Zeit und kann über jede Figur eine Geschichte erzählen.

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Wie in einer Märchenlandschaft stehen oder liegen die Figuren von Ingrid Rinker in ihrem Naturgarten. Oft sind sie mit Leben erfüllt, wenn Vögel oder Insekten sie als Nistplätze entdecken. Den Betrachter lassen sie die geschäftige Aussenwelt vergessen. Er kommt zur Ruhe und genießt das Träumen von einer anderen Welt. Die Farbenpracht der zarten Blumen und das raue Schamotte der Figuren harmonieren im Kontrast.

Der Garten ist jeden Montag für Besucher ab 9 Uhr morgens geöffnet.

Möggingen - Mühlbachstraße 16 - Telefon 07732-10426

Beate Nash



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