Schwimmen im eigenen Garten? Aber natürlich!



Ein naturbelassener Schwimmteich bringt Spaß zu allen Jahreszeiten

Wer einen Garten sein eigen nennen kann, der ist fein raus und kann den Wunsch nach einem eigenen Schwimmbad in die Tat umsetzen. Beispielsweise durch einen kleinen Pool, den es in diversen Ausführungen, Größen und Materialien zu kaufen gibt und dessen Aufstellung oftmals nur wenig Mühe erfordert. Dabei gilt: je größer das Becken, umso höher (neben dem Kaufpreis) der Aufwand.



Aber nicht jeder möchte sich intensiv mit Technik beschäftigen – was ab einer gewissen Beckengröße und dem damit verbundenen Wasservolumen unabdingbar ist. Und auch längst nicht jeder mag den Einsatz von Chemikalien, die bei „künstlichen“ Becken und Pools zur Reinhaltung und Pflege des Wassers unverzichtbar sind. Daher erfreuen sich naturnahe Becken und Gartenschwimmteiche immer größerer Beliebtheit. In der Praxis realisierte Beispiele wie dieser kürzlich angelegte private Schwimmteich im Hegau zeigen, dass „möglichst naturnah“ und „sauberes, gesundes Wasser“ kein Widerspruch sein muss.



„Die Idee, einen Schwimmteich naturbelassen und ohne Einsatz von Chemie anzulegen, hat mich nicht mehr losgelassen“, so der Bauherr. Nach der Planungsphase mit verschiedenen Entwürfen, die gemeinsam mit dem beauftragten Garten- und Landschaftsbauunternehmen Schwehr (Engen) überlegt, besprochen und ausgearbeitet wurden, schritt man zur Tat. Entstanden ist daraus auf dem unteren Teil des fast 1000 qm großen Grundstücks ein Schwimmteich mit den Ausmaßen 10 x 4 Meter und einer Tiefe von ca. 1,55 m. Vorgelagert ist dem eigentlichen Becken, dessen Grube mit einer weichmacherfreien Folie ausgekleidet wurde, eine bepflanzte Flachwasserzone mit einer maximalen Tiefe von 50 Zentimetern, die bis auf Null ausläuft.



Durch das Zusammenspiel von im Wasser angesiedelten Mikroorganismen und den Pflanzen sowie dem Durchströmen des Wassers durch die Flachwasserzonen und den Sandfilter (auch hier keine komplizierte Technik: eine einfache Schicht Sand auf einer Kiesschicht mit darunter liegender Folie reicht) sowie das anschließende Hochpumpen und Zurückleiten in den Teichkreislauf erfolgt die Reinigung des Wassers.



Das Nachfüllen des verdunstenden Wassers geschieht auf ebenso wirkungsvolle wie unkomplizierte Art: Regenwasser vom Dach wird in einer Zisterne aufgefangen und läuft von dort über Rohre in den Regenerationsbereich des Beckens.



Das Hochpumpen des gereinigten Wassers und Zurückführen in den Teich geschieht über eine einfache Tauchpumpe mit 60 Watt Leistung, die acht Stunden pro Tag in Betrieb ist. Im Winter ist sie nicht eingeschaltet. Die Stromkosten sind also gegenüber technisch aufwändigeren Systemen fast zu vernachlässigen, ebenso wie der weitere Wartungsaufwand, der sich auf einmal jährliches Absaugen des Beckens (Befreien des Bodens von Blättern etc.) und wöchentliches Reinigen eines Siebes beschränkt. „Das sollte allerdings nicht zu gründlich durchgeführt werden“, so Ingo Schwehr, „da die für die Reinigung zuständigen Bio-Organismen ein bestimmtes Klima im und um das Wasser herum benötigen, um ihre Aufgabe erledigen zu können“.




So war das Schwierigste an der Aufgabe Schwimmteichbau fast die Vorbereitung, vor allem der Materialtransport der Steine für das Becken und die den Bereich abtrennenden Gabionen – die vom Bauherrn überwiegend selbst errichtet wurden – da die Zufahrt eng und das Gelände zudem abschüssig war. Aber auch so war nach nur vier Wochen alles fertig und der Traum der Bauherrschaft vom Schwimmen im eigenen Garten ist Realität geworden.

Text: Jürgen Hildebrandt
Fotos: Jürgen Hildebrandt; Martin Maier; Privat
www.garten-schwehr.de

Ein weiteres Projekt der Firma Schwehr sehen Sie in ENTREE 7./2010.

[Zurück zur Übersicht]