Grünes Paradies mit Badelandschaft



Privatgarten und Wohnhaus bei Singen stehen für klare Gestaltung und sorgsame Materialauswahl

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben Menschen ihre Gärten geliebt, haben in ihnen gelebt, sie gestaltet und besungen. Professionelle Planung und Ausführung sowie eine Bauherrschaft, die klare Vorstellungen zur Nutzung ihres Gartens hatte, waren optimale Voraussetzungen für die Entstehung dieses Gartens. Auf die klare Gestaltung und die bewusste Materialverwendung des Wohnhauses antwortete die Gartengestalterin Norgard Österle von Schwehr Garten- und Landschaftsbau in Engen mit gleichen Gestaltungsgrundsätzen. So wurden Haus und Garten zu einer Einheit, der Garten zum grünen Wohnzimmer. Der Swimmingpool wurde als Gartenelement in die Planung aufgenommen und fügt sich gekonnt in die Gesamtanlage ein.



Der Zugang zu einem Wohnhaus ist die erste Visitenkarte, die die Bewohner noch vor der Begegnung mit ihren Gästen abgeben. Umso schöner ist es, wenn bereits diese eine positive Wirkung erzielt. Im Falle des neu errichteten Wohnhauses ist dies gelungen. Ein breiter Aufgang mit lang gezogenen Treppenstufen ebnet den Weg zum Gebäude. Große Naturstein-Trittstufen verströmen dabei gediegene Eleganz. Der graue Kalkstein aus Portugal (ATLAS-Lagos) wird dabei lange Freude bereiten. Er altert sehr gleichmäßig durch die kristalline Struktur, ist frostbeständig und bestens für den Innen- und Außenbereich geeignet. Ab der Dämmerstunde verwandelt zudem eine indirekte Beleuchtung unter den Stufen den Zugang nicht nur in einen sicheren Weg, sondern auch in einen echten Hingucker. Rund 15 Meter legen die Besucher des Hauses auf diesem Weg zurück, bis sie an der seitlich gelegenen Haustür angelangt sind. Ein beleuchteter Quellstein markiert den Eingang und verstärkt die Aufenthaltsqualitäten dieses Gartenentrees. Eine Sitzbank mit zur Jahreszeit passend gestalteten Gestecken empfängt den Besucher auf herzliche Art.



Gesäumt wird der Zugang von Zypressen, dem Inbegriff südländischen Flairs. Ziergräser und blühende Stauden runden diese Stimmung ab. Genau dieses Ambiente war eine der Vorgaben, die die Eigentümer schon vor der Planung des Gartens gegeben hatten. Umgesetzt wird sie an etlichen Stellen in dem Garten, der sich um das gesamte Wohnhaus erstreckt. Der größte Anteil der Gartenanlage liegt auf der südlichen Seite des Gebäudes, wo eine große Terrasse und ein wunderbarer Pool das Leben im Freien versüßen. Wohn- und Außenbereich gehen hier fließend ineinander über, was nicht zuletzt durch das einheitliche Höhenniveau erreicht wurde.



Um die großzügige Terrasse mit dem Pool und dem Garten zu verbinden, wurde die Gartenanlage komplett auf eine Höhe gebracht. Einen optischen Abschluss bildet eine Natursteinmauer aus dem gleichen Kalkstein, der schon bei den Terrassenplatten verwendet wurde. Die unregelmäßigen Oberflächen wirken natürlich und somit beruhigend auf den Betrachter. Zudem heben Aufschüttung und Mauer das Niveau zur Zufahrtsstraße und den gegenüberliegenden Nachbarn an, so dass man sich im Garten praktisch vollkommen unbeobachtet fühlt. Dafür sorgt unter anderem auch die blickdichte Hecke, die den Außenbereich umrahmt. Die Glanzmispel (Photinia fraasseri ‚Red Robin‘) ist dicht, immergrün und blüht außerdem weiß. Sie besitzt die gleiche Höhe von 1,60 Meter wie die Mauer des Wasserspiels, die den Abschluss des Gartens zum angrenzenden Fahrweg bildet.



Das zentrale Gartenelement ist der Pool mit dem attraktiven Mosaikboden – besonders in den Abendstunden mit seiner Unterwasser-Beleuchtung ein Augenmerk – , den Sorg Schwimmbäder hier realisiert hat. Er liegt nicht nur in Blickverlängerung aus dem Wohnbereich des Hauses, sondern mündet optisch in ein Wasserspiel, das ihn zu speisen scheint. Drei breite Edelstahlelemente, in der Natursteinmauer integriert, führen das Wasser elegant von dort in ein vorgelagertes Becken. Gespeist wird das Wasserspiel über eine unterirdische Zisterne. Besonders reizvoll zeigt sich das Wasserspiel nach Sonnenuntergang. Dann sorgt eine dezente Illuminierung für wunderschöne Effekte. Seitlich angrenzend befinden sich Pflanzflächen mit Gräsern, Stauden und Zwiebelpflanzen, die dem Garten eine gewisse Größe verleihen. Sie werden automatisch über Senkregner mit Wasser versorgt. Überhaupt ist der Garten auf wenig Pflege ausgelegt. Unter anderem führt ein Roboter, die routinemäßigen Mäharbeiten am Rasen selbstständig aus. Aber auch die sorgsame Pflanzenauswahl erleichtert die Arbeit.



Der Blütenschwerpunkt der Strauch- und Staudenbeete liegt im Terrassen bereich im Sommer und Herbst, im Eingangsbereich ist die Hauptblütezeit im Frühjahr. Nach einem Blütengruß der Zaubernuss im Januar bringen Zwiebelpflanze wie Traubenhyazinthe, Schneeglöckchen und Blausternchen Farbe in den Frühjahrsgarten. Die Besucher werden ab April entlang der Eingangstreppe mit blühenden Narzissen begrüßt. Später sorgt die Golderdbeere an gleicher Stelle für einen ähnlich schönen Farbtupfer. Wenn die Bewohner in den Sommermonaten vermehrt Zeit im Garten verbringen, verwöhnen verschiedene blühende Stauden, die flächenartig gepflanzt wurden, das Auge der Betrachter. Schafgarbe und Storchschnabel finden sich ebenso wie Rosen und Hortensien. Bis in Herbst und den beginnenden Winter hinein sorgen Fetthenne, Astern und verschiedene Ziergäser für angenehme Farbtupfer in den Beeten und Randzonen des Gartens. In Blickrichtung von der Terrasse aus erhebt sich ein Trompetenbaum, der auch als Sichtschutz zur Nachbarschaft fungiert. Seine vollendete Pracht entwickle das gesamte Gartenensemble nach rund vier bis fünf Jahren, verrät dazu Gartenarchitektin Norgard Österle. Die von der Hausherrin gekonnt positionierten Kübelpflanzen, eine Kieferfigur und ein kleiner Olivenbaum ergänzen die Gesamtanlage und verstärken in den Sommermonaten das mediterrane Flair des Poolgartens.



An der Nordseite haben die Gartenfachleute den Zugang zur Souterrainwohnung mit Natursteincharakter angelegt. Die immerhin 2,5 Meter hohe Wechselmauer aus Betonkunststein ermöglicht viel Lichteinfall in der unteren Wohneinheit und genügend Fläche für eine kleine Terrasse. Die terrassierte Mauer lässt Raum für eine interessante Schattenbepflanzung mit Farnen und Funkien, Schattengräsern und Elfenblume. So ist ein individueller Garten entstanden, der viele Gedanken und Überlegungen der Bauherrschaft enthält.



Text: Gerald Jarausch 

Fotos: Gerald Jarausch; Peter Allgaier
www.garten-schwehr.de
www.atlas-natursteine.ch
www.sorg-schwimmbaeder.de

Weitere Projekte von Schwehr Garten- und Landschaftsbau sehen Sie in den ENTREE-Ausgaben 10./2013 und 7./2010.

Weitere Projekte von Sorg Schwimmbäder sehen Sie in den ENTREE-Ausgaben 11./2014 und 9./2012.

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