Neues am Blaurock



Wie ein Terrassengarten und ein Naturpool hoch über dem Rhein Ferienstimmung vermitteln

Da ist mehr drin, dachten sich die Hausbesitzer in Stein am Rhein, wenn sie auf die weitestgehend ungenutzte Wiese am Südhang unterhalb ihres Wohnhauses blickten. Am schönen Ausblick über den historischen Stadtkern auf das Rheintal lag es sicherlich nicht, auch nicht daran, dass man mit Freunden schon ein Stück des Hanggeländes terrassiert hatte. Die Idee mit dem Schwimmteich war schlicht das Ergebnis eines heißen Sommers und der Wunsch der Hausbesitzer Christa Steinkeller und Clemens Grobert nach Abkühlung.



Zur hausnahen Erfrischung diente viele Jahre ein ausgemusterter Käsekessel, den Christa Steinkeller bei einem Trödler erstanden hatte. Zum Sitzen im kühlen Nass in Ordnung, doch für größere Bewegungen war der schwere Kupferkessel einfach nicht geeignet. Auch die Aufenthaltsqualität in seiner Umgebung lud nicht spontan zum Bade ein. So standen sie und ihre Familie vor der Entscheidung, sich entweder ein neues Familiendomizil zu suchen oder eben eine umfassende Neugestaltung dieses Gartenteils in Angriff zu nehmen. Sieht man das Ensemble Haus (Baujahr 1812), Garten und Schwimmteich heute nach der Umgestaltung, liegt der Schluss nahe: eine weise Entscheidung.



Christa Steinkeller ist eine passionierte und engagierte Gärtnerin. Neben ihrer, gemeinsam mit Clemens Grobert, betriebenen Praxis für Osteopathie und Physiotherapie wendet sie viel Zeit für die Gartenpflege rund ums Haus auf. Ein Bauerngarten mit Obst und Gemüse, ein knappes Dutzend Hühner, drei Heidschnucken, zwei Wasserhunde und Katzen verlangen ihre Aufmerksamkeit und Pflege. Da wird schnell klar, dass für die umfassenden Gestaltungsarbeiten Fachleute zu Rate gezogen werden müssen. Der fachkundige Partner fand sich in „GRIMM garten gestalten“, auf dessen Firmenareal in Hilzingen man auch einen Schwimmteich ausfindig machte und das naturnahe Prinzip ohne Chemieeinsatz für sich als passend befand.



Die Aufgabe für die Gartenbauer war durchaus anspruchsvoll, sollte doch der bestehende Nutzgarten am Haus an die neue Gestaltung harmonisch angebunden werden. Mit dem Entwurf der Landschaftsplanerin Susanne Folz von Grimm Deutschland und der baulichen Ausführung von Markus Wolf und seinem Team von Grimm-Gärten in der Schweiz verwandelte sich die stark abfallende Wiese zu einer vielteiligen und abwechslungsreichen Terrassenlandschaft mit einem Schwimmteich. Optische Akzente liefern hierbei nicht nur die fachkundig ausgesuchten Büsche und Sträucher, die rund ums Blütenjahr mit bunten Tulpen, gelbem und lila Zierlauch, roten Taglilien, violetten Astern für farbliche Abwechslung sorgen, sondern auch die für die Mauern, Wege und Treppen sorgsam ausgewählten Materialien. Die Wege orientieren sich an schon vorhandenen Strukturen in mehrfarbigen Natursteinen.



Für die prägenden Terrassenmauern kamen ganz besondere Steine zum Einsatz: große Quader aus hellem Crailsheimer Muschelkalk mit ungewöhnlicher Herkunft: „Es handelt sich hierbei um Material aus dem Abbruch des Stuttgarter Bahnhofs,“ erläutert Markus Wolf mit einem Augenzwinkern. Aus der Presse weiß jeder, welche Geschichte man damit verbindet. So gelangt wenigstens für das Abbruchmaterial dies zu einem guten Ende.



Die Erschließung der Terrassen erfolgt durch ein neu angelegtes Wegesystem am Westrand des Gartens entlang der hohen Hainbuchenhecke. „Kreisrunde Flächen mit Kiesbelag sind hier wegweisend und lenken den Besucher in die gewünschte Richtung“, verdeutlicht Susanne Folz das Prinzip. Die Treppenstufen selbst sind aus gebrochenem Granit-Großsteinpflaster und zeigen verschiedene Farben. Beete und Steinquader sorgen für die seitliche Begrenzung. Ganz oben im Kreis steht jetzt der wassergefüllte Käsekessel. Er wurde von seinem bisherigen eher unattraktiven Quartier in der unteren Gartenecke an dieser prominenten Stelle vor dem Haus platziert und mit Seerosen bepflanzt.



Blickfang auf der letzten und breitesten Stufe des Terrassenhangs ist der Naturpool. Mit seinen Maßen 4 x 8 Meter ist er größenmäßig wohl dosiert und bietet ausreichend Platz für eine Schwimmrunde.



Direkt an den Schwimmbereich schließen sich übergangslos die mit Zyperngras bepflanzte Filterzone und eine Flachwasserzone an. Zum Einsatz kommt das System von Teichmeister, das mit Pumpen, Filtersieben, Kies und feinporigem Steinmaterial arbeitet und so das biologische Gleichgewicht im Wasser des Teichs aufrechterhält.



Eine Besonderheit des Schwimmteichs ist sein flacher Rand, der gerade einmal zehn Zentimeter misst. Für Christa Steinkeller als Tierliebhaberin wichtig, denn bei dieser Höhe können ihre Katzen wieder selbst den Weg aus dem kühlen Nass des Teichs finden.



Und auch die Schwalben haben den neuen Teich für sich entdeckt. Die Flugartisten streifen knapp über die Wasseroberfläche und nehmen dabei ein paar Tropfen Wasser auf.



So kann sich ein auch noch so kleines Areal von der wenig attraktiven Wiese, die man dann ja auch noch einige Mal im Jahr mähen musste, zum neuen Mittelpunkt des sommerlichen Lebens rund ums Haus entwickeln. „Jetzt sitzen wir abends in unserer neuen Laube am Naturpool und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen wie in den Ferien,“ erzählt Christa Steinkeller schwärmend vom neuen Leben auf dem Blaurockgelände. Gerne einen Pinot Noir vom Blaurock dazu?



Text/Fotos: Peter Allgaier
www.grimm-garten.de
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