Den Urlaub nach Hause geholt



So sieht der ideale Garten für eine stimmungsvolle Beachparty aus

Sand, Sonne, Meer – Diese drei Begriffe stehen für viele Menschen sinnbildlich für die Urlaubszeit. Und wer hätte nicht gerne ein bisschen mehr davon? In Emmingen-Liptingen hat ein Hauseigentümer jetzt zusammen mit dem Gartenbau-Fachbetrieb Hainmüller seinen Garten so umgestaltet, dass man meinen könnte, im fernen Süden zu weilen. Ein Pool, ein Strandbereich und sogar eine eigene Beachbar sorgen für echtes Urlaubsfeeling, auch wenn diese Zeit schon längst vorüber ist. So lässt es sich gut aushalten – auch im eigenen Garten.



Fernweh kann ein starkes Verlangen sein. Wer sich einmal in eine Region verliebt hat, der würde gerne dort mehr Zeit verbringen, als es ihm eigentlich möglich ist. Die Familie Lentschig in Emmingen-Liptingen hat das Problem jetzt ganz einfach gelöst. Sie hat ihren eigenen Garten zum südländischen Strandparadies gemacht, in dem weder der Sand noch die Bademöglichkeit oder die Beachbar fehlen. „Größte Herausforderung dabei war der zur Verfügung stehende Platz“, sagt Gärtnermeister Torsten Hainmüller. Sein Gartenbau-Fachbetrieb mit Sitz in Radolfzell und Zürich, der sich auf moderne, geradlinige Gärten spezialisiert hat, erhielt den Auftrag, die erklärten Wünsche des Eigentümers umzusetzen. Denn der Garten bot nur beschränkte Möglichkeiten zu einer freien Gestaltung.



Auf der Südseite des Gebäudes stand ein bis zu sechs Meter tiefer und etwa 14 Meter breiter Streifen zur Verfügung, der von Gärten und nachbarschaftlichen Gebäuden umrahmt wird. Insbesondere die Form des Pools nahm also großen Einfluss auf den Gesamteindruck des Gartens. Dieser wurde daher mit einer Größe von 4,40 mal 3,70 Meter bewusst annähernd quadratisch ausgeführt. „So verstärkt sich der Eindruck eines Schlauchs nicht so sehr“, erklärt Torsten Hainmüller den optischen Effekt.



In direkter Nachbarschaft zum Pool befindet sich der Strandbereich, in dem die Bewohner, unter einer Hanfpalme liegend, ein Sonnenbad nehmen können. Dank einer 1,80 Meter hohen Betonsandsteinmauer in Muschelkalkoptik ist man hier vor unliebsamen Blicken geschützt. Die Mauer wurde bewusst mit einem wechselnden Höhenverlauf und herausstehenden Elementen angelegt, um ein natürlicheres Ambiente zu erzielen.



Eine kleine Fensteraussparung erinnert zudem an alte Mauerreste von Gebäuden, wie man sie oft in südlichen Ländern finden kann. Die aus dem Mauerwerk herausragenden Steine können für eine zusätzliche Beleuchtung durch Fackeln oder Kerzen genutzt werden, die abends ein besonders atmosphärisches Licht in den Garten zaubern. Ohnehin sind die Abendstunden beinah die reizvollsten in „Woti’s Playa del Palmeras“, wie die Eigentümer ihr Privatresort liebevoll genannt haben. Dann sorgen zahlreiche Lampen für eine einzigartige Atmosphäre.



Verdient hat sich der Garten den Namen nicht zuletzt wegen seiner Bepflanzung. Auf Wunsch der Auftraggeber sorgen mehrere Hanfpalmen für das Ambiente eines Palmenstrands. Ergänzt werden sie durch Gräser. Der mediterrane Charakter des Gartens wird unter anderem durch einen Poolzufluss erreicht. Hier strömt Wasser aus einem alten Tonkrug in den Pool. Damit trotzdem eine Abdeckung des Pools möglich ist, wurde die „Quelle“ etwas erhöht angebracht. Unter dem vorgelagerten Balkonbereich befindet sich die Terrasse. Ihren natürlichen Charakter erlangt sie durch die Verwendung des Tropenholzes Cumaru. Der sanfte Braunton korrespondiert zudem mit einigen Cortenstahl-Elementen, die partiell als Sichtschutz zu den Nachbarn fungieren. Sie lockern vor allem die Efeurankhecken auf, die bis in die gleiche Höhe der Stahlelemente von 1,80 Meter reichen. Auf Stahl und Efeu fiel die Wahl, um möglichst wenig Raum für einen natürlichen Sichtschutz aufzuwenden. Ebenfalls natürlich ist der verhältnismäßig kleine Anteil von Rasenfläche, der nach der Umgestaltung noch vorhanden war.



In der südwestlichen Ecke des Gartens befindet sich zudem noch ein weiterer Anziehungspunkt des „Palmenstrands“: die Beachbar. Ein echtes Schmuckstück, das mit seiner Bambuskonstruktion und dem Palmendach den passenden Strandcharakter erzeugt. Wenn die Dämmerung heraufzieht, verwandeln sich die Beachbar und der gesamte Garten in eine atmosphärische Privatzone, die ihresgleichen sucht. Dafür sorgen unter anderem die sorgsam platzierten Beleuchtungselemente, die im gesamten Garten vorzufinden sind. Strahler an markanten Punkten wie der Sichtschutzmauer, im Pool, unter den Hanfpalmen und in den anderen Pflanzen tauchen alles in ein atmosphärisches Licht, das zu langen Sommerabenden mit Freunden oder im Kreise der Familie einlädt. Technisch betrachtet kommen LED-Lichter und auch herkömmliche Lichtquellen zum Einsatz, da diese dem Auftraggeber vielfach genehmer sind.



Absolutes Highlight ist auch hier der Pool mit seinem türkisfarbenen Wasser. Dieses wird durch die sandfarbene Oberfläche des GFK-Elements hervorgerufen. Eingefasst ist der Pool mit Randsteinen, die wiederum übergangslos in die Terrassenfläche aus Cumaru übergehen. Das Baden gestaltet sich überaus angenehm, weil das Wasser des Pools im Sommer bis auf 30 Grad erwärmt werden kann, was durch die Solarthermieanlage auf dem Dach des Hauses kostengünstig möglich wird. Die Anlage konnte dank einer Förderung im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes kostengünstiger erworben werden.



Für die Eigentümer Wolfgang und Tina Lentschig war die Entscheidung zur Gartenumgestaltung der Beginn eines neuen Lebensabschnitts: „Das Erste nach der täglichen Arbeit ist der Gang in den Garten“, verrät Wolfgang Lentschig. „Hier kann ich mich richtig entspannen“, berichtet er. Vor allem die gute Zusammenarbeit und Absprache mit der Firma Hainmüller „Gartengestaltung mit Herz“, hat ihn beeindruckt. „Das begann schon während der Planung“, erklärt der Auftraggeber. Und bei einem Drink an der heimischen Beachbar befindet Wolfgang Lentschig, dass der Umbau des Gartens „eine der besten Investitionen war, die ich je gemacht habe“. Größer kann ein Lob für einen gelungenen Auftrag wohl nicht ausfallen.



Text/Fotos: Gerald Jarausch

[Zurück zur Übersicht]